Facharzt für Strahlentherapie
Akute Wunden können absichtlich verursacht werden zum Beispiel durch chirurgische Schnitte, durch ein Trauma zufällig entstehen oder als Folge einer Erkrankung auftreten. Eine Wunde kann definiert werden als ein Defekt oder eine Unterbrechung der Kontinuität der Oberhaut (Epidermis) und tiefer liegender Strukturen der Haut oder Schleimhaut aufgrund einer physischen oder thermischen Schädigung oder aufgrund einer Operation.
Seltener sind akute Wunden Reaktionen auf Strahlentherapie, auf Medikamente oder entzündliche oder Blasen bildende Hautkrankheiten. Wunden werden in der Regel als akut oder chronisch klassifiziert, je nachdem, ob der Heilungsprozess zeitnah oder verzögert verläuft. Eine akute Wunde ist eine Verletzung der Haut, die häufig innerhalb eines vorhersehbaren Zeitraums vollständig heilt, abhängig von der Tiefe, Größe und dem Ausmaß der Verletzung.
Zu den Hauptursachen für akute Wunden zählen mechanische Verletzungen (Abschürfungen, Risse, penetrierende Verletzungen oder Operationswunden), Strahlung, Elektrizität, ätzende Chemikalien, thermische Einwirkungen oder Hautkrankheiten, die zu Blasenbildung führen. Andererseits entsteht eine chronische Wunde, wenn Hautverletzungen nicht rechtzeitig heilen und das Risiko einer Wiederkehr besteht. Häufig leiden Patienten mit chronischen Wunden an Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Gefäßerkrankungen.
Wunden werden auch nach der Anzahl der betroffenen Hautschichten kategorisiert. Sehr oberflächliche Wunden umfassen Verletzungen, die nur die Oberfläche der Epidermis betreffen und als Erosionen bezeichnet werden. Geschwüre, die sowohl die Epidermis als auch einen Teil der Hautschichten betreffen, aber die adnexalen Strukturen (d. h. Haarfollikel, Blutgefäße, Schweißdrüsen) erhalten, werden als teilweise dicke Wunden bezeichnet.
Sind tiefere Strukturen einschließlich der gesamten Dermis oder tiefer liegende Strukturen betroffen, spricht man von einer vollständigen Wunde. Bei tieferen Wunden, die einen Teil oder die gesamte Dermis und tiefere Schichten betreffen, findet keine Regeneration statt, sondern es wird ein Reparaturprozess eingeleitet, der in der Regel zu Narbenbildung führt. Darüber hinaus fehlen die adnexalen Strukturen, die durch Narbengewebe ersetzt werden, und Keratinozyten epithelisieren die Wunde nur von ihren Rändern aus. Vollständige Wunden heilen oft teilweise durch Kontraktion, während bei Wunden mit teilweiser Dicke nur eine minimale Kontraktion auftritt.
Die Kontraktion beinhaltet die Bewegung von bereits vorhandenem Gewebe in zentripetaler Richtung, wodurch die Wundfläche verkleinert wird was zu kosmetisch entstellenden Kontrakturen führen kann.