Homöopathie bei Bestrahlung der Brust

Nach chirurgischer Entfernung des Primärtumors aus einer Brust ist es Standard, die verbleibende Brust zu bestrahlen, um das Risiko eines Wiederauftretens des Tumors in der betroffenen Brust zu reduzieren. Gegen Ende der  3 bis 5 Wochen dauernden postoperativen Strahlentherapie zeigen die Brüste vieler PatientInnen eine strahleninduzierte Reaktion, die normalerweise mit einer Rötung und einer Temperaturerhöhung der Haut beginnt.

In einer Studie von Balzarini konnte gezeigt werden, dass mit homöopathischer Behandlung die Haut weniger hitzt. Die homöopathische Behandlung in der Studie von Balzarini bestand aus Belladonna 7cH, 3 Globuli zweimal täglich und Röntgenstrahlen 15cH, 3 Globuli einmal täglich.

Belladonna

Die Urtinktur von Atropa Belladonna, der Schwarzen Tollkirsche, wird von der frischen, wildwachsenden, ganzen Pflanze, die zu Beginn der Blüte gesammelt wird, hergestellt. Die Haut wird trocken und heiß bei einer Vergiftung mit Belladonna. Das stimmt mit dem Erscheinungsbild der bestrahlten Haut überein. Da Homöopathie eine auf dem Ähnlichkeitsgesetz beruhende Therapiemethode ist, die ein Krankheitsbild mit einer Substanz behandelt, die bei einem gesunden Patienten das gleiche Krankheitsbild hervorrufen kann, wurde Belladonna für die Studie gewählt.

Juckreiz

 Durch die postoperative Bestrahlung der Brust trocknet die Haut im Bestrahlungsareal aus. In der Folge, 14 bis 40 Tage nach Beginn der Strahlentherapie, kann ein Juckreiz im Bereich der bestrahlten Brust, insbesondere im oberen inneren Quadranten der Brust, auftreten. Doch bei manchen PatientInnen tritt der Juckreiz erst 3 Wochen nach Ende der Strahlentherapie auf. Der strahlenindizierte Juckreiz kann sehr unangenehm sein und kann die Patienten nachts vom Schlafen abhalten.

Üblicherweise wird Strahlentherapie bedingter Juckreiz mit sogenannten Antihistaminika, das sind Substanzen, die die Wirkung von Histamin hemmen und starkem topisch,  das heißt örtlich, angewendetem Kortison behandelt. Doch viele PatientInnen bevorzugen Alternativen zu Kortison und Antihiastminika, denn Antihistaminika machen zudem müde und unter Müdigkeit leiden die PatientInnen während einer postoperativen Strahlentherapie der Brust ohnehin.

Klassische Homöopathie

Beim klassischen Vorgehen in der Homöopathie wird zuerst eine homöopathische Anamnese beim Patienten erhoben. Danach erfolgt mit Hilfe der sogenannten Repertorisierung die Wahl einer homöopathischen Arznei für den Patienten. Unter Repertorisierung wird der Vorgang verstanden, bei dem bestimmte Symptome, persönliche Merkmale und biographische Angaben eines individuellen Patienten mit den Beschreibungen der homöopathischen Arzneien verglichen werden. 

Klassische Homöopathie bei Juckreiz

Mit klassisch homöopathischer Vorgangsweise konnte Dr. Schlappack in einer Studie zeigen, dass der von der postoperativen Strahlentherapie der Brust verursachte Juckreiz durch homöopathische Behandlung gebessert werden kann. Eine Verschlimmerung des Juckreizes durch Wärme gaben etwa die Hälfte der Patientinnen an. Weitere den Juckreiz verschlimmernde Umstände waren abends, des nachts und  Schweißausbrüche. Eine Besserung des Juckreizes durch Kälte wurde von 2 Drittel der Patientinnen berichtet.

In der Studie von Dr. Schlappack führte die Arznei Fluoric acid am häufigsten zum Erfolg. Die Ausgangssubstanz von Fluoricum acidum ist die Flußsäure, die wässrige Lösung von Fluorwasserstoff. Flußsäure wird unter anderem als Ätzmittel für die Mikrostrukturierung von Oberflächen eingesetzt. Flußsäure wird von der Haut sofort aufgenommen, sodass eine Verätzung tieferer Gewebeschichten möglich ist, ohne dass die Haut äußerlich sichtbar verletzt wird.

Nachdem Ähnliches mit Ähnlichem heilen das Grundprinzip der Homöopathie ist, erklärt sich die Wirkung der homöopathischen Arznei, Fluoricum acidum, bei der Behandlung von durch Strahlentherapie verursachten Juckreiz der Haut, denn auch radioaktive Strahlung mit hoher Energie kann in tiefere Gewebeschichten des Körpers vordringen, ohne  an der Oberfläche deutlich sichtbare Spuren zu hinterlassen.

Homöopathische Arzneien enthalten den Wirkstoff in stark verdünnter Form. Dadurch werden die toxischen Wirkungen einer Substanz minimiert.

Neben der Arznei Fluoricum acidum führten noch die Arzneien Causticum, Ignatia, Psorinum und Kalium bichromicum zur Besserung des strahleninduzierten Juckreizes. Causticum, eine Arznei die bei Hautausschlägen zur Anwendung kommt, half im Falle des strahleninduzierten Juckreizes bei 3 Patientinnen, die sich Sorgen um einen nahen Verwandten machten.

Ignatia wurde einer Frau gegeben, deren Bruder vor kurzem gestorben ist, und einer anderen Frau, deren Ehemann an Krebs gestorben ist. Ignatia ist eine homöopathische Arznei, die für die Behandlung einer Beschwerde geeignet ist, in diesem Fall Juckreiz, die nach einem Trauerfall auftreten kann.

Bei einer Frau, die Bedenken wegen eines befürchteten Wiederauftretens ihres Brustkrebses äußerte, besserte die homöopathische Arznei Psorinum ihren Strahlentherapie induzierten Juckreiz. Charakteristisch für Psorinum sind Symptome wie trockene Haut und Juckreiz und eine stark ausgeprägte Ängstlichkeit.

Eine Patientin, die wegen Grübeln über ihre Erkrankung nicht schlafen konnte, wurde wegen ihres strahlenbedingten Juckreizes erfolgreich mit Kalium bichromicum behandelt. Im homöopathischen Arzneimittelbild von Kalium bichromicum wird neben gestörtem Schlaf die Haut als heiß, trocken und rot, beschrieben, was sich durch kühle Luft bessert.

Die Beispiele zeigen, dass Patientinnen, wenn etwas Bedrohliches, Ernstes oder Besorgnis erregendes in ihrem Leben passiert, sie unter anderem mit Juckreiz in der bestrahlten Haut zu reagieren scheinen. 

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