Massage

Frauen, die wegen Brustkrebs behandelt werden, leiden häufig unter einer hohen Belastung und fühlen sich gestresst. Länger anhaltender Stress kann negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben. Maria Hernandez-Reif konnte in einer Studie zeigen, dass durch eine 30-minütige Ganzkörpermassage, 3 Mal pro Woche für 5 Wochen die Anzahl der Lymphozyten und der Natural Killer-Zellen bei Brustkrebs Patientinnen signifikant zunahm.

Natural Killer-Zellen sind Lymphozyten mit natürlicher Zytotoxizität gegen Tumorzellen. Sie werden jedoch durch Strahlentherapie geschädigt. Etwa 50% der Patientinnen mit Brusttumoren erhalten eine Strahlentherapie. Billhult und andere haben die Wirkung von Massage auf die Aktivierung von Natural Killer-Zellen bei Patientinnen nach einer Brust Operation untersucht. Dabei fanden sie, dass die durch die Strahlentherapie bedingte Abnahme der Natural Killer-Zellen Aktivität durch eine 45-minütige sanfte Ganzkörpermassage signifikant abgeschwächt werden konnte.

Dieser Effekt ist bei einer sanften längeren Ganzkörpermassage beobachtet worden, durch die auch der Blutdruck und der Puls als Folge der Massage signifikant abnahmen. Die 45-minütige sanfte Ganzkörpermassage hatte also auch eine beruhigende Wirkung auf Patientinnen, die am Beginn einer 5-wöchigen Strahlentherapie standen.

In einer anderen Studie von Michele Sturgeon erhielten brustoperierte Patientinnen während ihrer Strahlen- und/oder Chemotherapie eine 30-minütige Massage pro Woche. Die Massage führte zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen. Im Speziellen besserte sich die innere Unruhe, die Schlafqualität und das physische, soziale und funktionale wohl sein. Auch bei dieser Massage kamen leichte lange gleitende Griffe zum Einsatz.

In Bauchlage der Patientinnen begann die Massage mit sanften, rhythmischen Streichungen auf den Schultern und am oberen Rücken und setzte sich langsam in Richtung der unteren Wirbelsäule fort. Zu den Streichungen kamen ein sanftes Kneten und Friktionieren so wie sich die Massage vom Rücken über die Hüfte und die Gesäßmuskel zu den Beinen bewegte.

Dann drehte sich die Patientin um und am Rücken liegend erhielt sich noch Streichen und Kneten am Oberkörper, Nacken, Kopf, Gesicht und den Armen, Beinen und Füßen. Therapeutische Massage zeigt potentiellen Nutzen, um die Auswirkungen von postoperativer Strahlentherapie zu mildern und die Lebensqualität zu verbessern.

Massagen mit moderatem Druck bewirken die Freisetzung des Hormons Oxytocin. Oxytocin ist ein Peptidhormon, das aus nur 9 Aminosäuren besteht, das im Gehirn in den Neuronen des Hypothalamus gebildet und in der Hirnanhangdrüse zur Ausschüttung in die Blutbahn bereitgehalten wird. Morhenn fand in einer Studie mit 95 Teilnehmern, dass eine 15-minütige Rückenmassage, die mit moderatem Druck ausgeführt wurde, eine Zunahme der Ausschüttung von Oxytocin und eine Abnahme der Stresshormone zur Folge hatte. 

Oxytocin kann als Hormon der Stressbewältigung fungieren, mit schützender Wirkung, insbesondere angesichts von Widrigkeiten oder seelischen Verletzungen. Oxytocin löst die Angst und bewirkt ein Gefühl der Verbundenheit, so, dass man einem anderen Menschen mehr vertraut und sich ihm näher fühlt. In der Folge bewirkt es das Verlangen nach mehr Berührung, was zu weiterer Oxytocin Ausschüttung führt.

Oxytocin beeinflusst auch das Immunsystem und das autonome Nervensystem. Das vegetative Nervensystem gliedert sich in einen sympathischen und einen parasympathischen Anteil. Über den Sympathikus werden anregende, leistungsfördernde Reize vermittelt, während über den Parasympathikus erholungsfördernde Impulse verlaufen. Massagen mit moderatem Druck wirken sich auf das vegetative Nervensystem aus.

Es hat sich in Studien gezeigt, dass durch Massagen mit moderatem Druck der parasympathische Teil des vegetativen Nervensystems angeregt wird. Der Vagus ist der größte Nerv des parasympathischen Nervensystems. Er wird auch als Ruhenerv bezeichnet, da er dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven dient. Er sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung.

In dieser Studie konnte auch nachgewiesen werden, dass durch eine 15-minütige Massage mit moderaten Druck die sympathische Aktivität zugunsten der parasympathische Aktivität des autonomen Nervensystems abnimmt. Es kommt zu einem so genannten shift von sympathischer zu parasympatischer Aktivität.

War dieser Beitrag hilfreich?

Klicken Sie bitte auf die Sterne.

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen. Machen Sie bitte den Anfang.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Top