Facharzt für Strahlentherapie

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Moderne Wundtherapie

Die sogenannte „Moderne Wundtherapie“ gibt es seit mehr als 60 Jahren. Sie ist durch die Einführung der feuchten Wundtherapie ein Meilenstein der Wundbehandlung geworden.

Die Moderne Wundversorgung geht auf den englischen Wissenschafter Dr. George Winter zurück, der 1966 in seiner Dissertation mit dem Titel „Wundheilung beim Hausschwein” die Anatomie der Wundheilung bei Hautwunden detailliert beschrieben und mit seiner Beobachtung, daß die Epithelisierung experimenteller Wunden unter Folienokklusion schneller vor sich geht, den Grundstein für die heutige Bewertung von Wundauflagen gelegt hat.

Die feuchte Wundbehandlung ist heute für die meisten chronischen Wunden zum Standard geworden. Verbesserte und verkürzte Wundheilung, Verminderung der Schmerzen, erniedrigte Infektionsraten und Reduktion der Behandlungskosten sind die Vorteile, die modernen Verbandstoffen zugeschrieben werden (F. Trautinger 2007).

Nach dem Prinzip der feuchten Wundbehandlung wurden und werden immer wieder neue Produkte entwickelt, die dieses Prinzip fördern sollen, sodaß es derzeit mehr als 5.000 Produkte zur Wundversorgung gibt. Die meisten modernen Verbände enthalten stark saugfähige Materialien wie Alginate, Schaumstoff oder Carboxymethylcellulose. Neben okklusiven und semiokklusiven Verbänden gibt es Wachstumsfaktoren, fortschrittliche Verbände auf Honigbasis und Wundspüllösungen auf Hypochlorsäurebasis. Biotechnologisch hergestellte Gewebe, Unterdrucktherapie und hyperbarer Sauerstoff haben die Art und Weise, wie heute chronische Wunden behandelt werden, verändert.