Eine Wunde ist eine durch Einwirkung von außen verursachte Öffnung in der Körperoberfläche, ein „Loch“ wie es in Wien mancherorts umgangssprachlich auch heißt. Die schützende Haut wurde beschädigt, sodass das darunterliegende Gewebe freiliegt und Fremdkörper und Mikroorganismen in das Gewebe eindringen können.
Das Eindringen von Bakterien und Fremdkörpern, wie z.B. Schmutz und Kleidungsfragmente kann zu Infektionen führen. Bei einer großen Hautverletzung kann die austrocknende und kühlende Wirkung der Luft den Schaden verstärken.
Haut ist robust, elastisch und gut durchblutet, sodass sie sich von Verletzungen schnell erholt. Das subkutane Fettgewebe dagegen ist empfindlicher und wird durch eine Verletzung leicht seiner Blutversorgung beraubt. Muskeln reagieren besonders empfindlich auf eine Verletzung, da sie leicht zerreißen und eine verminderte Blutversorgung nicht lange überstehen. Verwundete Muskeln sind außerdem anfällig für Infektionen.
Eine Knochenverletzung in einer offenen Wunde ist schwerwiegend, da jedes gebrochene Fragment, das von seiner Blutversorgung getrennt ist, bei einer Infektion nicht überleben kann und als Fremdkörper in der Wunde bleibt. Selbst wenn der Knochen sauber gebrochen ist und keine losen Fragmente vorhanden sind, können pathogene Keime in die offenen Bruchflächen eindringen.
Eine Kontamination einer Wunde kann zum Zeitpunkt der Verletzung oder zu jedem Zeitpunkt danach erfolgen. Virulente Bakterien ernähren sich von abgestorbenem Gewebe und organischem Fremdmaterial in der Wunde. Bei Infektionen durch Organismen wie Streptokokken und Staphylokokken sowie coliformen Bakterien kommt es zur Eiterbildung und möglicherweise einer allgemeinen Reaktion des Körpers in Form von Fieber.