Die richtige Vorgehensweise bei der Wundbehandlung sollte den Heilungsprozess wirksam unterstützen, da sie einen wichtigen Einfluss auf das endgültige, klinische Ergebnis haben kann. Die physiologische, endokrine und ernährungsphysiologische Unterstützung auf klinischer Ebene hat einen erheblichen Einfluss auf die Reparatur.
Der erste Schritt des Wundmanagements sollte eine gründliche Beurteilung der Wunde und des Patienten sein. Der Prozess beginnt mit einer Diagnose der Wundursache und setzt sich mit der Optimierung des Gesundheitszustands des Patienten fort, insbesondere der Durchblutung des Wundbereichs.
Eine akute Wunde bei einem stabilen Patienten mit normaler Durchblutung sollte bei angemessener Versorgung, das heißt korrekt gereinigt und verbunden, erfolgreich heilen.
Wundreinigung
Eine ausreichende Wundreinigung, definiert als die Entfernung von nicht lebensfähigem, infiziertem und hyperkeratotischem Gewebe, bildet die Grundlage für eine normal verlaufende Wundheilung.
Débridement
Als Débridement bezeichnet man die Entfernung nekrotischer und fibrinöser Beläge aus einer Wunde. Das Débridement ist unerlässlich, da es die Wundheilung beschleunigt, und es gibt verschiedene Techniken dafür.
Chirurgisches Débridement
Unter chirurgischem Débridement versteht die Anfrischung der Wunde mittels chirurgischer Instrumente, wie z.B. Skalpell oder scharfem Löffel. Dies erfolgt, wenn notwendig, unter Lokalanästhesie.
Mechanisches Débridement
Die mechanische Wundreinigung beruht auf der Entfernung von abgestorbenem Gewebe, Ablagerungen und Bakterien durch das Abreiben mit feuchten Kompressen.
Enzymatisches Débridement
Wundbehandlung mit proteolytischen Enzymen dient dazu, Peptidbindungen zu hydrolysieren, damit avitales Gewebe verdaut wird. Das Enzymgemisch wird dabei auf die Wunde aufgebracht und anschließend mit einem stumpfen Gegenstand entfernt.
Autolytisches Débridement
Beim autolytischen Débridement werden durch das feucht warme Wundmilieu die körpereigenen Enzyme aktiviert, um abgestorbenes Gewebe und Beläge aufzulösen.
Ultraschall-Débridement
Beim Ultraschall-Débridement werden Ultraschallwellen in Kombination mit einer Spülflüssigkeit eingesetzt werden, um abgestorbenes Gewebe, Biofilme und Beläge zu lösen.
Ein korrektes Debridement hilft dabei, eine chronische Wunde in eine akute Wunde umzuwandeln, die dann die normalen Heilungsphasen durchlaufen kann. Das Ziel des Debridements ist die Entfernung von ischämischem und nekrotischem Gewebe, das ein Potenzial für Infektionen und Kontamination des Gewebes durch Bakterien und Fremdkörper darstellt.
Während der Operation werden nekrotisches und vitales Gewebe anhand des fehlenden kapillaren Wiederauffüllens, der Farbe und der klaren Abgrenzung unterschieden. Abgestorbene Muskelfasern kontrahieren bei Stimulation nicht und sind schlecht durchblutet. Spezielle Gewebe wie Sehnen und Faszien werden trotz ihrer Nicht-Vitalität nicht entfernt, da sie den Heilungsprozess der Wunde fördern.
Wundspülung
Der nächste wichtige Schritt bei der Versorgung einer Wunde ist die Spülung von Mikroorganismen, abgestorbenem Gewebe und Fremdkörpern, wodurch die Keimzahl im Gewebe weiter gesenkt werden kann. Häufig wird eine Wundspüllösung-Lösung verwendet. Im Gegensatz dazu steht die Spülung mit großen Mengen Kochsalzlösung.
Eine Niederdruckspülung entfernt nur Verunreinigungen an der Oberfläche. Eine Hochdruckspülung reduziert zwar die bakterielle Besiedlung der Wunde und die Häufigkeit von Infektionen, kann jedoch feines Gewebe beschädigen und Schmutzpartikel tiefer in die Wunde oder sogar in den Knochen befördern.
Eine Hochdruckspülung führt außerdem dazu, dass die Wundränder mit Flüssigkeit getränkt werden, wodurch die Widerstandsfähigkeit der Wunde gegen Infektionen verringert wird.
Nekrektomie und Spülung ergänzen sich gegenseitig. Wenn es nicht möglich ist, alle Bakterien und Verschmutzungen aus der Wunde zu spülen, oder wenn sich die Infektion ausgebreitet hat, entfernt die Nekrektomie kontaminiertes und abgestorbenes Gewebe, das sonst die Abwehrmechanismen der Wunde schwächen würde.